Willkommen in der Welt der Motorradkunststücke. Gestattet mir ein paar Worte, bevor ich näher auf unsere "Einrad - Lehrgänge" eingehe.
Gerade in der heutigen Zeit stellen viele Menschen vieles in Frage. Die Politik ist das Paradebeispiel. Da stellt eigentlich jeder alles und jeden in Frage. Im Sport erfährt man ähnliches. Die größte Fangemeinde besitzt natürlich "König Fußball".
Einem eingefleischten Fußballfan brauchst du gar nicht erklären, dass Fußball doch nur ein Spiel ist und es wichtigere Sachen auf der Welt gibt. Wenn du ihm dann noch zu verstehen gibst, dass du dich sehr für die Sportart "Synchronschwimmen" interessierst, wird er wahrscheinlich just in diesem Moment das letzte Wort mit dir gewechselt haben.
Ähnliche Intoleranz findet man leider auch unter Motorradfahrern. Verschiedene Marken und Arten von Motorrädern spalten die Lager und leider denken viele ähnlich wie der angesprochene Fußballfan...
Er selbst befindet sich im "einzig wahren Lager" und alle anderen Bereiche sind albern und überflüssig. Ja und nie gab es so viele Bereiche wie heute...
Rennmotorräder, Enduros, Supermotos, Funbikes, Streetfighter, Shopper, Tourer, Sporttourer, u.s.w., u.s.w.
Mein Vater kennt das nicht. Damals gab es nur zwei Kategorien. Motorräder und Motorräder mit Beiwagen, Punkt - Ende - aus.
Also liebe Biker, ein bisschen mehr Toleranz! Für die Meisten ist Motorradfahren eine Freizeitbeschäftigung und für Wenige sogar Beruf. Für den Einen ist es Entspannung und Reisen und für den Anderen ist es Sport. Niemand von uns sollte da Bereiche in Frage stellen. Wichtig ist, dass man sportliche Bereiche auf geeignetem Terrain betreibt!
Wenn ein Motorrad – Kollege das Wheely- und Trickfahren kritisiert mit den Worten, “so ein Quatsch braucht doch niemand…“, dann könnte man ihm die gleichen Worte zurück schicken. Egal zu welcher Kategorie der Motorradfahrer er gehört.
Kommt jedoch die Kritik, "so was gehört nicht in den Straßenverkehr…" dann stimmt das ganz sicher.
Das Hobby, Motorradkunststücke auszuführen, ist also nichts Verwerfliches. Vorausgesetzt, man gefährdet und belästigt damit keine anderen Menschen. Ein leerer Platz ohne Straßenverkehr, keine akustisch genervten Anwohner und schon sind die Voraussetzungen auf GRÜN gestellt.

Besprechung

Motorradkunststücke finden irgendwie ja zum größten Teil auf nur einem Rad statt. Die Basis ist daher auch das präzise "Wheely - Fahren". Das Fahren auf dem Hinterrad.
In den letzten 15 Jahren haben sich enorme Tricks entwickelt. Um allein hinter diese Tricks zu kommen, reichen einem Freizeitfahrer selbst 20 Jahre nicht. Die Wahrheit beim Wheely- Fahren ist nämlich entgegen dem, was ein Nichtprofi so denkt.
Sicher habt ihr schon Erklärungen gehört oder gelesen, wie zum Beispiel…
"Du musst im zweiten Gang bei Drehzahl 6000 plötzlich das Gas schließen. Beim Wiederausfedern der Gabel das Gas aufreißen und am Lenker ziehen. Wenn das Vorderrad oben ist, mit dem Gas spielen, damit du das Motorrad ausbalancierst. Wenn du zu weit in Rückenlage kommst, Gas sofort zu und die Hinterradbremse schließen…"
NEIN, NEIN, NEIN… So bitte, bitte nicht!

Mein Beruf ist es, Fahrtechnik zu erklären. Ich beschäftige mich Tag für Tag mit dem Analysieren von Fahrtechnik und mit dem Thema, wie man es schnell, einfach und sicher anderen Menschen beibringt.
Wäre meine bzw. unsere Arbeit nicht gut oder vielleicht sogar überflüssig, weil Erklärungen zum Beispiel im Internet Gleichwertiges bewirken, hätte ich/ meine Firma niemals den Bekanntheitsgrad erlangt, der auch schon vor "Wetten Dass..?" bestand.
Für 199,- Euro erkläre ich nicht nur die echten Tricks, ich vermittle es mit spezieller Methode auf speziellen Übungs-Bikes. Unsere Übungsmaschinen sind keine alten Schrottmotorräder aus Auktionen, sondern aufwendig speziell für das Wheely lernen entwickelte Spezialmotorräder.
Lenker, Fahrwerk, Räder, Reifen, Übersetzung und Motor wurden speziell ausgewählt. Die leichten 250er mit ca. 18 PS und unglaublicher Elastizität werden von zwei Motorradmechanikern ständig bestens gewartet, damit jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer zu jeder Zeit perfektes Material zur Verfügung steht.

Immer wieder bekommen wir die Frage gestellt, "ja kann ich das Erlernte dann auch mit meiner Maschine, wenn ich das bei euch mit der Übungsmaschine ausprobiere?"
Um zu verstehen, wie die Tricks funktionieren und um sie zu probieren, ist es sehr sinnvoll unsere Übungsmotorräder zu verwenden. Mit einer schweren Straßenmaschine wäre es wirklich unsinnig.
Wer später dann aber Wheelies auf der eigenen, schweren Straßenmaschine machen will, kann das ja tun. Er weiss ja schließlich genau wie es geht.
Wenn er sich aber weiter entwickeln und das Trickfahren zu einem echten Hobby machen will, kommt er nicht um ein leichtes Übungsbike herum. Darüber sollte man sich aber im Vorfeld keine Gedanken machen.
Der Lehrgang ist für alle interessant. Auch wer nicht wirklich alles perfekt können will ist nicht im Nachteil, wenn er alles weiß…

LS auf der Honda CBR

Für den, der mit seiner 1000er schon ziemlich mutig Kilometer weit auf dem Hinterrad fährt ist es genau so interessant wie für den, der sich so was noch nie getraut hat.
Für den "Erfahrenen" werden die erklärten Tricks ebenso neu sein, wie für den Unerfahrenen. Daher dauert es in den Lehrgängen lange, bis die "Erfahrenen" sich von den Unerfahrenen herauskristallisieren. Erst wenn der "Erfahrene" von dem falsch Einstudierten wegkommt und die vermittelten Tricks versteht und umsetzt, erreicht er am Veranstaltungstag praktisch mehr.
Der praktische Erfolg am Lehrgangstag ist von Teilnehmer zu Teilnehmer unterschiedlich. Es ist aber nicht sehr wichtig, wie weit jemand im praktischen Bereich am Lehrgangstag kommt. Wichtig ist, dass man alles verstanden hat und sicher ist, wie man in Zukunft übt.
Die meisten Teilnehmer schaffen es schon am Lehrgangstag, mit dem Schwerpunkt ständig hinter der Hinterachse zu fahren. Ohne Stütze natürlich! Wenn ihr jetzt denkt, das geht ja gar nicht, weil man dann unweigerlich nach hinten über kippt, dann hab ich dafür Verständnis. Es geht aber trotzdem. Nur so kann man während dem Wheely nicht nur schneller, sondern auch langsamer werden. Das ist die Grundvorraussetzung zum Abbiegen oder gar Kreisfahren.

Teilnehmer in Action "auf in den Kampf"
Spaß bei der Theorie

Woher man die Kraft nimmt und wie diese Kraft eingesetzt wird, die Euch vor dem Überkippen bewahrt, ist natürlich großer Bestandteil unserer Lehrgänge. Theorie und Praxis laufen im Lehrgang fließend ineinander über. Wir sitzen also nicht für einige Stunden in einem Klassenraum und steigen erst dann übermüdet durch unendliche Theorie aufs Motorrad. Das wäre langweilig und würde zu Stürzen führen. Der Teilnehmer ist also ständig auf dem Motorrad und bekommt auch ständig etwas erklärt. Kopf und Körper werden am Abend "rauchen"! ;-)
Daher ist etwas luftigere Kleidung, die auch Bewegung zulässt, von Vorteil. Motocross- oder Endurostiefel sind auf unseren Übungsmotorrädern ungeeignet. Lieber halb hohe oder Straßen- Motorradstiefel verwenden. Wichtige Protektoren für Rücken und Knie kann man sich bei uns gegen eine kleine Gebühr ausleihen.
Die Lehrgänge dauern so etwa sieben Stunden. Es wird also schon anstrengend. Der Teilnehmer sollte ständig trinken und natürlich auch zwischendurch Nahrung zu sich nehmen. Bananen sind schnell zwischendurch vertilgt und liefern viel Energie. Ausdauersportler wissen das besonders. Bei jedem Lehrgang gibt es aber gegen einen kleinen Unkostenbeitrag ein gemeinsames Mittagessen und natürlich auch immer genügend Mineralwasser und Apfelschorle.

Weitere wichtige Informationen zu den Veranstaltungen erhaltet Ihr im Bestätigungstext, den man nach Anmeldung per email erhält.

Ich freu mich auf Euch!
Lothar Schauer